Erste Erfahrungen mit einer interaktiven Mathe-Lernplattform

Seit Ende November teste ich mit der UIIb den Einsatz der Lernplattform „Bettermarks“ im Unterricht oder eher zum Üben für den Matheunterricht. Am Unterricht selbst habe ich nicht viel umgestellt. Hier liegt der Schwerpunkt auf der guten und verständlichen Vermittlung neuer Sachverhalte und Strategien zur mathematischen Problemlösung. Verändert haben sich das Üben und die Hausaufgaben. Zu dem am Vormittag im Unterricht behandelten Stoff wähle ich seit ein paar Wochen Übungsaufgaben aus dem Pool der Internetseite von „Bettermarks“ aus, die dann von den Schülerinnen und Schüler bis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu bearbeiten sind.

Jeder besitzt einen eigenen, passwortgeschützten Zugang; die meisten Schüler arbeiten von zuhause, einige in der Bibliothek.  Die einzelnen Übungsreihen, To-Dos genannt, bieten verschiedenste Aufgabenformate vom Zuordnen von Ergebnissen zu Aufgaben, über das Auswählen der richtigen Lösung aus mehreren Möglichkeiten bis hin zur selbständigen Lösung einer komplexen Problemstellung mit und ohne Angabe von Zwischenschritten.

Am Rechner kann ich dann nachvollziehen, wie viele der Aufgaben jeder einzelne Schüler bearbeitet und zu wie viel Prozent die Aufgaben richtig gelöst wurden. Auch die Eingaben, die ein Schüler gemacht hat, kann ich mir ansehen, um der Fehlerquelle auf die Spur zu kommen. Das Programm selbst bietet den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zum Nachschlagen und auch zur Ansicht des Lösungsweges. So ist in einigen Stunden keine Besprechung der Hausaufgaben mit der gesamten Klasse notwendig, sondern nur mit einzelnen Schülern. Manchmal besprechen wir auch eine Aufgabe gemeinsam, die sich als schwierig erwiesen hat. Auf die Bedürfnisse einzelner Schülern kann ich besser eingehen, indem ich mehr bzw. anspruchsvollere Aufgaben austeile oder ein Thema zur Wiederholung gebe. Das Programm weist darüber hinaus von sich aus den Schülern auch sogenannte Wissenslücken aus, die bei der Bearbeitung von Aufgaben aufgetreten sind. Meine Begeisterung ist wohl am besten nachvollziehbar, wenn die Schüler zu Wort kommen.

Hier ist eine Auswahl von Schülerkommentaren zu dieser Testphase: „Ich finde es praktisch, weil wir im Unterricht Zeit sparen und das Buch nicht mit nach Hause schleppen müssen.“ „Ich habe jetzt die Möglichkeit zuhause mit Kontrolle zu üben. Auch muss nicht die Hälfte der Stunde eine Hausaufgabe besprochen werden.“ „Wir müssen die Hausaufgaben jetzt selber machen, abschreiben geht nicht.“ „Ziemlich praktisch, da einem meist schnell klar wird, wo man einen Fehler gemacht hat.“ „Die Zeitbegrenzung auf 22 Uhr stört mich.“ (Die tägliche Deadline habe ich so festgelegt.) „Durch Bettermarks bin ich mehr motiviert, die Hausaufgaben immer allein und richtig lösen zu können. Den Unterrichtsstoff zu verstehen fällt mir leichter.“ „Meine Wissenslücken konnte ich entfernen, da mir Aufgaben zu dem Thema, was ich nicht so gut verstanden habe, gestellt wurden.“ „Ich finde Bettermarks sehr gut, denn man lernt effektiver und mehr, weil im Unterricht mehr Zeit für neuen Stoff bleibt.“ „Die Hausaufgaben werden auf jeden Fall gemacht. Anhand des Lösungsweges kann man die Aufgaben nachvollziehen und wiederholen. Manchmal ist eine Aufgabe nicht verständlich. Tippfehler führen zu Fehlern, was ärgerlich ist. Und man ist an einen Computer gebunden, was unpraktisch ist.“ „Bettermarks finde ich eine sehr gute Methode, um Hausaufgaben zu machen und ich bin motivierter diese zu machen, da es irgendwie richtig modern ist. Ich denke auch, dass es gut ist, dass man auch Zwischenschritte auf Papier schreiben muss, um auf die Lösung zu kommen.“ „Bettermarks verstärkt den Ehrgeiz der Schüler, da man Aufgaben mehrfach bearbeiten kann und ich so mehr Sterne verdienen kann.“ „Ich finde Bettermarks gut, weil die Aufgaben einen passsenden Schwierigkeitsgrad haben. Wenn man etwas nicht sofort weiß, muss man nur auf den ‚Nachschlagen‘-Button drücken oder ‚Lösung anzeigen‘-Button drücken, um die Aufgaben zu verstehen.“ „Ich persönlich finde die Aufgaben wegen ihrer Vielfalt gut.“ „Bettermarks gibt die Möglichkeit, einzelne Themen zu vertiefen und intensiv zu üben. Gerade vor Klassenarbeiten, aber auch im normalen Unterricht hilft es und macht einen sicherer.“ „Bettermarks ist in erster Linie ein Mittel, um das Interesse an Matheaufgaben zu steigern – ob das bei langfristiger Nutzung so bleibt ist abzuwarten.“

Ich bin in der Tat gespannt, wie es in den nächsten Wochen weiter geht. Komplett richtig gelöste Aufgaben werden mit einem Stern belohnt. Die Schüler und Schülerinnen der UIIb wollen 500 Sterne bis Weihnachten schaffen. Dann backe ich.

Corinna Preuss-Hodes