Lebensgeschichte und Einsichten: Unser Abend mit Prof. Dr. Norbert Lammert war sehr eindrucksvoll

Im Rahmen unseres Formates 'Forum Canisianum' konnten wir einen Abend lang mit dem Bundestagspräsidenten a.D. sprechen.

Norbert Lammert kam diesmal als unser Nachbar, der Adenauer-Stiftung, und nicht mehr als Parlamentspräsident aus seinem Dienstsitz im Reichstag. Er erzählte von seinen Wurzeln im Ruhrgebiet, seiner großen Familie mit sechs Geschwistern und seinen Eltern mit einem Geschäft als Bäcker. Keines der Kinder übernahm das Geschäft, ein Stück Bildungs-und Gesellschaftsgeschichte seiner Jahre.

Er gehörte bei allem Engagement nie ganz dazu, bewahrte sich oft einen kleinen, eigenwilligen Vorbehalt. Niederlagen in einem Politikerleben? Ja, nicht zum CDU-Vorsitzenden von Nordrhein-Westfalen gewählt worden zu sein. Auch mit seinem Vorschlag, das Parlament zu verkleinern, drang er nicht durch. Unter den heutigen  Verhältnissen im Parlament sieht er dafür keine Chance mehr. Wir sprachen über den „ Fall Jenninger“, der als Bundespräsident eine gut gemeinte Rede zum 9. November gehalten hatte, aber den Ton nicht fand und die Anführungszeichen rhetorisch nicht mitlesen konnte. Er musste zurücktreten,  Lammert war Zeuge dieser Tragödie und erlebte auch die Fallstricke der Sprache. Nicht jeder kann jeden Text lesen oder zu einem Anlass reden. Dann den Mut haben, es andere machen zu lassen, so seine Einsicht ins Leben.

Zum Schluss wurde er bei dem Thema sehr emotional und legte ein Bekenntnis ab zu einem Europa, das er bedroht sieht, von außen und von innen. Er habe dank Europa 70 Jahre in Frieden und ohne die Denkbarkeit eines Krieges in Europa gelebt.  Sein Appell an die zahlreichen Schülerinnen und Schüler: Engagiert euch für dieses europäische Erbe, es ist das beste, welches unsere Generation euch übergeben kann. Macht etwas daraus, es ist keine Selbstverständlichkeit mehr!

Im Anschluss beim Empfang „gehörte“ Norbert Lammert im Gespräch ganz den Schülern. Sein letztes Wort beim Abschied: „Ein spannender Abend, ladet mich wieder ein, ich komme.“

 

Ein Bericht von Pater Hermann Breulmann SJ

 

    

 

 

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