Puncta Jesuitica – Impulse der Jesuiten am
Canisius-Kolleg

Impulse in Zeiten von Corona. Selbstwahrnehmung, unser Miteinander und andere Erfahrungen in dieser Zeit.

 

Liebe Leserin, lieber Leser unserer Puncta,

mit diesem Punctum von Michael Hainz SJ endet unsere Reihe der „Puncta Jesuitica“. Wir hoffen, dass Sie etwas mit diesem Format und unseren Gedanken anfangen konnten. Für die kommenden Kar- und Ostertage wünschen wir Jesuiten am Canisius-Kolleg Ihnen Gesundheit, Zuversicht und Freude!

Nachhaltiges Lernen

Puncta Jesuitica zum 3. April 2020

Für unsere ignatianische Pädagogik und Spiritualität, wie wir sie auch hier am Canisius-Kolleg mit Leben erfüllen, sind gewisse Hilfen kennzeichnend, die ihnen Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, eingestiftet hat: Um eine nachhaltige, gute Prägung von Schüler*innen, Studierenden und denen, die „geistliche Übungen (= „Exerzitien“) empfangen“, zu gewährleisten, empfiehlt er sogenannte „Wiederholungsbetrachtungen“ und nach jedem Experiment und jeder Gebetseinheit eine Reflexion, besser: Auswertung der dabei gemachten Erfahrungen. „Auswertung“ deshalb, weil er davon ausgeht, dass in diesen Erfahrungen Wertvolles enthalten ist: Im Modus der Dankbarkeit lässt sich in der Rückschau die Schönheit, der Geschmack und vielleicht sogar der Wohlgeruch des Guten und Gelungenen nachverkosten. Und in eben dieser „Tonspur“ der Dankbarkeit dürfen auch ambivalente, nicht stimmige, schlechte oder gar böse Seiten des Erfahrenen zugelassen und angenommen werden, um daraus für die Zukunft zu lernen und möglichst schon die Anfangsgründe und Ansteckungsherde des Bösen zu meiden.

Was nehmen Sie nun wahr, wenn Sie diese „Technik“, dieses sogenannte „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ auf Ihre bisherigen Erfahrungen mit der Corona-Krisis anwenden, indem Sie innehalten – sei es bei einem Spaziergang oder mit Papier und Stift in einem ruhigen Zimmer?

  • Hat der Halt Ihres Lebens gehalten oder ist er erschüttert worden?
  • Welche Haltungen und Grundgestimmtheiten haben Sie bei sich selbst und Ihren Nächsten neu entdeckt: Angst oder ruhige Zuversicht, Sanftheit oder Aggression, nüchternes Vorausdenken oder flatterhaftes Herumirren, ungeahnte Bedürfnisse und „eigenartige“ Weisen ihrer Befriedigung…?
  • Welche Verhaltensweisen haben Sie neu dazugelernt: Skype und Konferenzschaltungen, die Anmeldung eigener und die Wahrnehmung fremder Bedürfnisse, die Kunst, Konflikte fair auszutragen, und die Kunst staunend-kontemplativ spazieren zu gehen …?

Was haben Sie bisher aus der Krisis gelernt: Wo wollen oder müssen Sie „unbedingt“ nachbessern? Was hat sich so bewährt, dass Sie es in die Zukunft „retten“ wollen: z.B. hilfreiche Formen der technischen und persönlichen Kommunikation, des Spielens, Lernens und Betens, vielleicht sogar Elemente einer – global verallgemeinerbaren – „Kultur geteilter Genügsamkeit“. Wenn Sie derartiges entdecken und unbeirrt weiter pflegen, dann war die Corona-Krisis keine gottverdammte Seuche und Krise, sondern ein Anstoß zur bitter nötigen Umkehr, ja ein Vor-Zeichen des Heiles.

Michael Hainz SJ

 


Wohlwollend streiten!

Puncta Jesuitica zum 1. April 2020

In diesen Tagen verbringen wir mehr Zeit zu Hause als dem einen oder der anderen vielleicht lieb ist. Dabei erfahren nicht wenige das ‘Zuhausebleiben’ als ein Sich-eingeengt-fühlen und wie Momente, in denen einem die Decke auf den Kopf fällt. Es ist paradox  –  wir sind aufgerufen, soziale Nähe zu reduzieren und keine Treffen außer Haus wahrzunehmen, auf der anderen Seite ergibt sich zu viel Nähe in den eigenen vier Wänden, weil man sich nur schwer aus dem Weg gehen kann. Das gilt gerade für Eltern und Kinder, die es nicht gewohnt sind, so viel Zeit des Tages zusammen zu verbringen.

Dabei wächst die Gefahr von aufkommenden Konflikten und Streitereien, hervorgerufen durch die ungewohnte Nähe. Da reichen schon Kleinigkeiten, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Man muss diese Situationen nicht suchen oder gar provozieren, man soll ihnen aber auch nicht ausweichen. Konflikte und Streitereien sollten ausgetragen werden, aber nicht, um die anderen zu „besiegen“, sondern mit der Absicht, der angespannten Situation eine positive Wendung zu geben. Dies gehört zu einer reifen Beziehung zwischen Partner*innen, aber auch zwischen Eltern und ihren Kindern. Gerade jetzt kann die eigene Wohnung hier zu einem Lernfeld werden, zu einer Chance, Beziehungen zu vertiefen und authentisch zu gestalten.

Ignatius und Jesus waren keine Menschen, die stets gesagt haben: „Habt euch lieb, seid demütig, steckt zurück und streitet nicht miteinander!“ Das Evangelium gibt genug Beispiele, in denen Jesus die Konfrontation sucht wie z.B. bei seinen Schimpftiraden gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten (vgl. Lukas 11, 37-54). Von Ignatius sind ebenfalls Auseinandersetzungen bekannt. Ignatius fordert jeden Jesuiten auf, all das anzusprechen, was angesprochen werden muss, aber nicht um des Streits willen. Einwände und Korrekturen werden als wichtiger erachtet als ein blindes Gehorsamsverständnis.[1]

Zum Umgang mit unseren Mitmenschen ist uns von Ignatius im Exerzitienbuch (Geistliche Übungen 22) Folgendes übermittelt: …jeder muss mehr dazu bereit sein, die Aussage des Nächsten für glaubwürdig zu halten, als sie zu verurteilen. Vermag er sie nicht zu rechtfertigen, so forsche er nach, wie jener sie versteht…“[2] Dies ist eine Grundeinstellung für wohlwollendes und wertschätzendes Streiten: die Aussage des anderen zu respektieren, dem Gegenüber zu unterstellen, dass er es gut mit einem meint und nicht auf zerstörerische Kritik aus ist. Wohlwollendes Streiten ist auf die Sache, ein Thema gerichtet, darf aber kein Angriff auf die Person sein.

Gerade in dieser ungewissen Zeit ist es im täglichen Zusammenleben wichtig, keinen Groll zu bebrüten, sondern Dinge offen und ehrlich anzusprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Dafür benötigt es Räume, in denen man sich aussprechen kann, in denen aktiv Feedback gegeben und eingeholt werden kann. Aber nicht nur der Streit braucht Raum, sondern auch die anderen Mitbewohner*innen brauchen im beengten Zusammenleben Räume für Rückzug und für sich. Trefflich hat dies eine ISG-Gruppenleiterin in einem gestrigen Telefonat gesagt: „Dem Streit Raum geben und dem Anderen in der Wohnung Raum geben – es braucht beides.“

Felix Schaich SJ

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[1]             vgl. Ign. v. Loyola, Briefe und Unterweisungen, Würzburg 1993, 5400a (MI Epp. IX, 90-92): Unterweisung über den Umgang mit Oberen, Rom 29.05.1555

[2]             GÜ 22, Ignatius, Geistliche Übungen, Herder 1991, S. 25

 


Dankbarkeit

Puncta Jesuitica zum 30. März 2020

Viel hatte ich mir vorgenommen für die durch die Schulschließung gewonnene Zeit: Unterrichtsmaterial ordnen, einen Beitrag für das Jahrbuch schreiben, Italienisch lernen,… Nach zwei Wochen ist die Bilanz, nun ja, durchwachsen. Während andere schon die dritte online-Predigt geschrieben oder das Auto blitzblank geputzt haben, habe ich, zumindest meiner Selbstwahrnehmung nach, wenig bis nichts auf die Reihe bekommen. Die Stille und Leere haben bei mir vielmehr dazu geführt, dass mir meine zahlreichen Unzulänglichkeiten gerade sehr deutlich vor Augen stehen.

Mich erinnert das an meine großen Exerzitien im Noviziat, wo es zu Beginn um eine möglichst schonungslose Selbsterkenntnis ging. In der zweiten Übung der Exerzitien heißt es, man solle um „Schmerz und um Tränen über seine Sünden“ bitten. Die Stimmung, die ich damals mit Gebet und Anstrengung hervorrufen wollte, ist mir jetzt einfach so geschenkt worden. Was tue ich nun mit diesem „Geschenk“? – Auf Dauer depressiv werden ist ja wohl keine Lösung.

Ich lese nochmal im Exerzitienbuch nach, wie die Übung weitergeht. Nachdem sich der Übende so richtig hineingesteigert hat (Ignatius empfiehlt in barock-drastischem Stil, sich selbst als eine „eiternde Wunde“ zu betrachten), kommt ein überraschender Umschwung: Der letzte Punkt der Übung ist dankbares Staunen. Staunen darüber, dass „sich die Erde nicht auftat, mich zu verschlingen“. Dass die Engel mich „behütet und für mich gebetet haben“. Dass alle Heiligen für mich eingetreten sind. Dass „die Sonne, der Mond, die Sterne, die Früchte, Vögel, Fische und anderen Tiere“ mir gedient und mich im Leben erhalten haben. Die schmerzhafte Selbsterkenntnis endet in – dankbarem Staunen über die Liebe Gottes, die sich mir in der gesamten Schöpfung zeigt!

Den Abschluss dieser Übung nehme ich mir jetzt täglich vor: „Danksagen Unserem Herrn, dass Er mir bisher das Leben geschenkt hat, und sich Besserung für die Zukunft vornehmen mit Seiner Gnade. Und ein Vater Unser beten.“

Lukas Kraus SJ

 


Sein Leben ordnen

Beitrag vom 27. März 2020

Jüngst durfte ich das Auto unserer Jesuitenkommunität im Innenraum reinigen. Ich mag Autos und ich mag Ordnung. Zu viel Zeit hatte ich dank der Schulschließung ohnehin. Deswegen waren das vier letztendlich befriedigende Stunden. Vielleicht haben Sie sich selbst schon dabei erwischt, im Zuge der #stayhome-Kampagne zuhause sauber zu machen, Unterlagen zu sortieren o.ä.. Ordnung ist, meine ich, ein Zeichen von Wertschätzung, Sorgfalt und Kontrolle. Sie kann etwas schön, zuverlässig und befreit machen.

Ordnen ist wohl so ein typisches Jesuitending. Ignatius beschreibt die Exerzitien[1] als geistliche Übungen, „um über sich selbst zu siegen und sein Leben zu ordnen, ohne sich bestimmen zu lassen durch irgendeine Anhänglichkeit, die ungeordnet wäre“. Ziel ist, selbstbestimmter zu werden und freier für das Leben, wie es (laut Jesus) sein soll. Wir alle erfahren wegen Corona eine Isolation, die zu einer Selbstprüfung einlädt: Lebe ich mein Leben so, wie ich es will? Tut das mir und anderen gut so, wie ich lebe?

Die Frage lässt sich gezielt anwenden auf die eigene Ordnung von Rhythmen, Zeit- und Verhaltensstrukturen. Einmaliges ausgenommen, leben wir ja in der Regel unseren Alltag. Wenn Menschen ihr Leben ändern wollen, sollten sie also bei ihm anfangen. Dabei geht es nicht darum, sich sklavisch einem unpassenden Konzept zu unterwerfen.

Sein Leben zu ordnen, bietet die Gelegenheit, das, was fast immer gut tut und nützt, regelmäßig zu tun und das, was fast immer schadet, meistens zu lassen. Niemand muss sich und andere allein der Beliebigkeit von Gefühlsschwankungen überlassen. Vielmehr gilt es – immer und gerade jetzt – , den Alltag auszurichten an dem, was sinnvoll ist und dem persönlichen und allgemeinen Wohl dient: Solidarität üben, Beziehungen pflegen, verbindlich sein. Rituale und feste Zeiten, den Umständen entsprechende Regeln, all das kann helfen, Krisen durchzustehen.

Corona kann Chaos. Bleiben wir in Ordnung.

Fabian Retschke SJ

 

[1]    Exerzitien


Schutz?

Beitrag vom 25. März

Zunächst: Ich, Bruder Michael Hainz SJ, werde vielen Leser*innen noch unbekannt sein. Ich gehöre seit Sommer 2019 zur Jesuitenkommunität am CK. Nach Studien der Philosophie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Dr. rer. soc.) unterrichtete ich an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München und am Ignatianum in Krakau. Derzeit arbeite ich beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst als Seelsorger für Geflüchtete in zwei Brandenburgischen Erstaufnahmeeinrichtungen und im Abschiebegewahrsam Lichtenrade. Außerdem unterrichte ich Religionssoziologie an der Universität Leipzig und begleite kontemplative Pilgerkurse. 

Wir können wirksam zu unserem eigenen Schutz und dem anderer beitragen: Abstand halten zu Mitmenschen, Händewaschen, in die Armbeuge niesen, starken Stress vermeiden – all dies kennen und üben hoffentlich alle derzeit ein. „Bleiben Sie zu Hause! Retten Sie Menschenleben“ las ich jüngst auf einem Plakat. Na ja, dachte ich mir, kontemplatives Spazierengehen oder Joggen hilft – im gebotenen Abstand zu anderen – auch, das Immunsystem zu stärken. Panik reduzieren wir zudem, wenn wir uns nur maximal zweimal am Tag den Medien aussetzen und uns auf produktive Tätigkeiten konzentrieren, so die Psychiaterin Elissa Epel.[1]

Schutz, ganzheitlich verstanden, besagt mehr als die strikte Einhaltung der notwendigen seuchenhygienischen Regeln. Emotionale Stabilität resultiert aus „sicheren Bindungen[2]: aus Feinfühligkeit, häufigem Blick- und (jetzt: dosiert abgewogenen) Körperkontakt und einem beständigen, nachvollziehbaren Verhalten der Bezugspersonen. Schutz ist, zumal in Krisenzeiten, ein Gemeinwohl-Begriff: Er funktioniert nie bloß für mich allein, sondern wenn Kooperation an oberster Stelle steht, ermöglicht durch Räume des Rückzugs, faire Konfliktaustragung und Humor.

Als beschützt und behütet erfährt sich, wer betet. So formuliert es Psalm 91[3]: „Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen. (…) Schild und Schutz ist seine Treue (…). Du brauchst dich (…) nicht zu fürchten vor der Pest, die im Finstern schleicht“. Aber hat Gott die weltweit aktuell 434,854 Infizierten und 19.607 Corona-Toten[4] nicht geschützt? Er hat sie – nach unserem menschlichen Verständnis – nicht geschützt. Er hat auch Jesus, den glühend Liebenden, nicht vor dem Kreuzestod bewahrt. Schutz, biblisch verstanden, meint also nicht die Verhütung  brutaler Verluste, sondern – wie bei Jesus, dem Christus – das bleibende Hineingenommensein in die „Schutzwolke“, den behütenden Schutz- und Lebensraum Gottes. So bezeugt es Psalm 91– und das ist auch meine Lebenserfahrung.

Michael Hainz SJ

 

[1]     Quelle: Der Tagesspiegel, Nr. 24132, 23.3.2020, S. 22.

[2]     Bildung.erzbistum-koeln.de (Zugriff: 25.3.2020).

[3]    Bibel – Einheitsübersetzung (Zugriff: 25.3.2020)

[4]     worldometers.info/coronavirus (Zugriff: 25.3.2020; 12.23 Uhr)

 


„Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge“

Auftakt der „Puncta Jesuitica“ aus dem Canisius-Kolleg – 23. März 2020

„Puncta“ haben in der jesuitischen Tradition die Bedeutung, dass während Exerzitien (geistlichen Übungen) der oder die Exerzitienbegleiter*in dem oder der Begleiteten individuell Anregungen in Form von Punkten (Erstens, zweitens etc.) mitgibt, worüber er oder sie während des Tages meditieren kann, z.B. mit Blick auf einen biblischen Text oder ein Bild. Mit diesem Text beginnen wir Jesuiten am Canisius-Kolleg eine Reihe solcher Punkte, die wir mit der Kollegsgemeinschaft in diesen Tagen teilen wollen. Unser Betrachtungs- oder Meditationsgegenstand sind dabei Fragen, Phänomene, Themen in der aktuellen Corona-Krise. Wir werden unsere „Puncta“ jeweils montags, mittwochs und freitags, zunächst bis zu Beginn der Osterferien hier auf www.canisius.de einstellen.

Mitte letzter Woche, als ich mich im gebührenden Abstand mit einem ehemaligen Schüler des Canisius-Kollegs bei einem zufälligen Treffen im Tiergarten unterhielt, lief eine Joggerin im ebenfalls gebührenden Abstand um uns herum und rief uns zu: „Das ist ja wirklich vorbildlich, wie Sie das machen!“ Dass Abstandhalten Ausdruck von Fürsorge sein soll, wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Fernsehansprache ausdrückte, war für Ignatius von Loyola auch ohne Pandemie eine Selbstverständlichkeit. So heißt es an entsprechender Stelle, man solle die Augen gesenkt halten, wenn man mit jemandem spricht, und auf der Straße nicht ständig nach links und rechts schauen. Wenn Jesuiten sich auf den Zimmern besuchen, dann soll die Tür immer geöffnet bleiben. Berührungen sind zu vermeiden. Dies alles sind einige Elemente der sog. „Regula Tactus“, Regeln für einen taktvollen Umgang miteinander, die für Ignatius und den Jesuitenorden den Sinn hatten, dass der äußere Mensch ein Bild der Beherrschtheit und Demut abgebe und so zur Erbauung der Betrachtenden Anlass gibt. Dem äußeren Verhalten sollte dabei die innere Haltung entsprechen, den anderen in seiner Würde zu achten, ja sogar höher einzuschätzen als sich selbst.

In Corona-Zeiten kann die „Regula Tactus“ der notwendigen Einschränkung von sozialen Kontakten eine gewisse inhaltliche Tiefe geben: Distanz und Abstand ermöglichen wechselseitig Freiheit. Ich bleibe bei mir und lasse dem oder der Andere*n seinen oder ihren Raum. Das gelingt in der Familie im Moment natürlich anders als in der Beziehung zu Freund*innen oder Bekannten. Es lohnt sich zu fragen: Wie ermöglicht mir die momentane Situation, Beziehungen auf Abstand zu pflegen oder neu zu beleben? Welchen Abstand brauche ich in meinen engen Beziehungen? Wie kann ich geliebten und weniger geliebten Menschen so begegnen, dass sie sich mir auch anders zeigen können als gewohnt? Und: Wie möchte ich, dass andere mich betrachten? Wie kann das Bild, das ich abgebe, anderen in diesen Zeiten zur Erbauung dienen?

Sebastian Maly SJ

 

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