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Für Frieden und Versöhnung – gegen Antisemitismus

“Erhoben und geheiligt werde sein großer Name. Amen. In der Welt, die er nach seinem Willen erschaffen hat, und sein Reich möge erstehen in eurem Leben und in euren Tagen und im Leben des ganzen Hauses Israel, schnell und in naher Zeit, und sprecht: Amen. Sein großer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten! Gepriesen und gelobt, verherrlicht und erhoben, erhöht und gefeiert, gerühmt und besungen werde der Name des Heiligen, gelobt sei er, gelobt sei er, hoch erhaben über jeden Lobspruch und jedes Lied, jede Verherrlichung und jede Trostworte, die in der Welt gesprochen werden, und sprecht: Amen. Fülle des Friedens möge vom Himmel herabkommen und Leben für uns und für ganz Israel, und sprecht: Amen. Der Frieden schafft in seinen Himmelshöhen, er stifte Frieden unter uns und über ganz Israel; und sprecht: Amen.”

(Der Kaddisch. Aus der Liturgie des Judentums. Lobpreis, der die Heiligkeit Gottes und die Hoffnung auf weltweiten Frieden in den Mittelpunkt stellt)

Vor drei Jahren, am 7. Oktober 2023 haben Terroristen der Hamas Israel überfallen und Menschen ermordet und entführt. Seither toben Krieg und Terror im Nahen und Mittleren Osten. Einige unserer Schülerinnen und Schüler und unserer Kolleginnen und Kollegen haben Freunde und Verwandte in Israel, den palästinensischen Gebieten, im Libanon und sind erschüttert, tief betroffen, tief verwundet und in ständiger Sorge.

Wir als Schulen des Jesuitenordens in Berlin möchten Terror und Krieg nicht hinnehmen. Wir wehren uns dagegen, dass Menschen aus Angst vor Übergriffen und Gewalt, ihre Identität und ihre Wurzeln verbergen müssen – vielen Jüdinnen und Juden und Israelis ergeht es heute bei uns in Deutschland, hier, in Berlin, genau so .

Schülerinnen und Schüler aller großen Weltreligionen besuchen das Canisius-Kolleg. Allen Schülerinnen und Schülern, allen Familien, insbesondere denjenigen, die sich aufgrund ihrer eigenen religiösen Herkunft in Deutschland, in Berlin, nicht mehr sicher fühlen sei signalisiert, dass wir, die Verantwortlichen des Canisius-Kollegs, an ihrer Seite stehen. Wir möchten uns dafür einsetzen, einen Raum des Schutzes und der Begegnung bieten.

Wo wir dies können, setzten wir uns nach Kräften gegen jede Form des Antisemitismus oder des Rassismus ein und weisen dies zurück. Und wir setzten uns für Frieden, Verständigung, Dialog und Versöhnung ein – auch und gerade hier bei uns im Kolleg. Dazu gehört für uns auch die Sensibilität für antijudaistische Tendenzen in unserer eigenen Tradition und in unserem direkten Umfeld zu schärfen und alte/bewährte und neue Wege der Verständigung und des wechselseitigen Kennenlernens von Menschen jüdischen und christlichen Glaubens zu suchen und zu gehen, und dies bewusst im Verbund mit Muslimen und Menschen anderer weltanschaulicher Hintergründe.

Unsere Schulkapelle steht heute und morgen einmal mehr ein Ort zur Verfügung, der zu Gebet und Stille hierzu aufgesucht werden kann und vielleicht können die morgendlichen Schulgebete in den Klassen und Kursen diesen Impuls aufgreifen.

Für ein angstfreies, friedvolles uns sicheres Miteinander – gegen Antisemitismus und Muslimenfeindlichkeit!

Foto: © Paul Haring/CNS photo/KNA (Das Foto zeigt Papst Franzsikus an der Westmauer in Jerusalem – zusammen mit einem jüdischen und einem muslimischen Geistlichen)

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