Aufklärung der Missbrauchsfälle

AKTUELLES

Kirchliches Gericht sucht Zeitzeugen

Das kirchliche Gericht im Erzbistum Berlin hat ein Verfahren im Rahmen zahlreicher sexueller Missbrauchsfälle eingeleitet. Zur Erstellung einer Klageschrift benötigt der kirchliche Anwalt, dem weltlichen Recht vergleichbar, belastbare und zuordbare Aussagen von Zeugen und Betroffenen.

Der Priester und ehemalige Jesuitenpater Peter R. wurde von zahlreichen Personen, deren Namen dem Kirchengericht nicht bekannt sind, beschuldigt, sie als Minderjährige in den Jahren von 1970 bis 1988 sexuell missbraucht zu haben. Das kirchliche Gericht im Erzbistum Berlin, das sog. Konsistorium, hat im Namen und im Auftrag der Glaubenskongregation ein Verfahren gegen den Beschuldigten eingeleitet.

Zur Erstellung einer Klageschrift benötigt der kirchliche Anwalt, dem weltlichen Recht vergleichbar, belastbare und zuordbare Aussagen von Zeugen und Betroffenen. Da es bislang nicht gelungen ist, die vorliegenden anonymisierten Zeugenaussagen konkreten Personen zuzuordnen, sucht das Kirchengericht nach Zeugen, die bereit und in der Lage sind, eine konkrete Aussagen zu machen, bzw. sich eine vorliegende Aussage zuordnen lassen.

Um mit dem Verfahren beginnen zu können, erneuert das Konsistorium seinen Aufruf und bittet mögliche Zeugen sich bis zum 31. Juli 2017 zu melden beim

Konsistorium des Erzbistums Berlin
Chausseestr. 128/129
10115 Berlin
Tel.: (030) 30 67 38-0
Fax: (030) 30 67 38-19
E-Mail: Konsistorium@erzbistumberlin.de

Absolute Vertraulichkeit ist selbstverständlich zugesichert. Das Konsistorium wird auch über den Verlauf des Verfahrens, die handelnden Personen, etc. umfassend Auskunft geben.

 

Aufklärung der Missbrauchsfälle aus den 70er und 80er Jahren

Jedes Jahr am 21. Januar jährt sich der Tag, an dem Pater Klaus Mertes SJ, Rektor des Canisius-Kollegs von 2000 bis 2011, einen Brief an ehemalige Schüler schrieb, mit dem er die Aufklärungswelle über den Missbrauch von Schülern am Canisius-Kolleg in den 70er und 80er Jahren auslöste. Der Mut einiger Opfer ermöglichte dann die umfassende Aufklärung durch zwei unabhängige Untersuchungen.

Die Untersuchungsberichte von Frau Raue und Frau Fischer finden Sie, soweit Sie das Canisius-Kolleg betreffen, auf dieser Seite. Den kompletten Bericht von Frau Raue finden Sie mit weiteren Informationen auf der Homepage der Deutschen Provinz der Jesuiten:

Bestürzung und Trauer über das, was hier unter dem Dach des Ordens geschehen konnte, und über die Versäumnisse der Ordensleitung werden mich als Jesuiten und den Orden noch lange Zeit bewegen und beschäftigen. Der Orden ist nicht mehr derselbe und darf nicht mehr derselbe sein wie zuvor. Unseren heutigen Schülern erscheinen diese Ereignisse von vor dreißig Jahren sehr weit entfernt. Schulleitung und Kollegium reflektieren ihre Arbeit intensiv und setzen alle Kraft daran, ein Schulklima zu schaffen, das die Schüler in ihrer Persönlichkeit stark werden lässt und in dem die sehr hohen Werte Achtsamkeit und Kritikfähigkeit besondere Förderung erfahren.

Im Rahmen der Aufklärungsarbeit wurde ein Präventionskonzept erstellt, das immer wieder reflektiert wird und bereits mehrfach optimiert wurde. Über die Prävention von sexualisierter Gewalt hinaus geht es uns dabei auch um grundlegende Fragen des sozialen Lernens: das Lernen, eigene Grenzen zu wahren und die anderer zu achten; es geht uns auch darum, dass Schüler möglichst viele offene Türen in der Schule und jenseits der Schule kennen lernen, damit sie stets einen Weg finden, sich Rat und Hilfe zu holen. Deshalb führen wir mit den Schülern Präventionsveranstaltungen auch in Beratungsstellen außerhalb der Schule durch. Schulintern arbeiten wir bereits mit dem neu geschaffenen Präventionskonzept.

Zur Erinnerung loben die Jesuiten am Canisius-Kolleg jedes Jahr den Friedrich-Spee-Preis für ziviles Engagement und Zivilcourage aus.

Pater Tobias Zimmermann SJ, Rektor, Canisius-Kolleg

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