Der Fachbereich Religion

Die Fachschaft Religion besteht aus vierzehn  Kolleginnen und Kollegen, zwölf katholischen und zwei evangelischen.

 

Stundentafel

Religion wird am Canisius-Kolleg durchgehend von der Sexta bis zum Abitur als Pflichtfach unterrichtet.

 

Klassenstufe

5

6 7 8 9 10 11

12

Wochenstundenzahl

2

2 2 2 2 2 3/5

3/5

 

Erläuterung

Im Kurssystem (Klassen 11 und 12) wird Religion dreistündig als Grundkurs und fünfstündig als Leistungskurs angeboten.

 

Lehrwerke

Zu Beginn ihres schulischen Werdegangs bekommen die Schülerinnen und Schüler vom Canisius-Kolleg eine Bibel überreicht, die am Ende der schulischen Laufbahn in den Besitz der Jugendlichen übergeht. Dieses Buch bildet die Grundlage des Religionsunterrichts.

Gearbeitet wird ferner in der Sekundarstufe 1 seit dem Schuljahr 2009/10 mit dem Lehrwerk “Zeit der Freude” 5/6, “Wege des Glaubens” 7/8, “Zeichen der Hoffnung” 9/10 aus dem Patmos-Verlag.

In der Oberstufe wird auf unterschiedliche Quellen und Materialien zurückgegriffen. Stellvertretend für alle seien die “Zugänge zur Philosophie”, 2 Bände, erschienen bei Cornelsen, und „Vernünftig glauben“, erschienen bei Schöningh, genannt.

 

Was der Religionsunterricht vermittelt

Wir unterscheiden im alltäglichen Sprachgebrauch manchmal zwischen “gläubigen” und “ungläubigen” Menschen, so, als gäbe es Menschen, die an gar nichts glaubten. Doch gibt es das wirklich? Glaubt nicht jeder Mensch tagein, tagaus an etwas oder jemanden? Glaube ich, wenn ich mit meinem Auto über eine Brücke fahre, nicht fest daran, dass die Brücke nicht unter mir zusammenbricht? Glaube ich, wenn ich einem Freund ein Geheimnis anvertraue, nicht fest daran, dass er es nicht weiter erzählt? Glauben Schülerinnen und Schüler, die sich um gute Noten bemühen, nicht daran, dass diese Noten ihnen einmal bessere Ausbildungs- und Berufschancen eröffnen werden?

 

“Glauben” bezieht sich in unserer Sprache aber nicht nur auf einzelnen Dinge, Personen oder Sachverhalte, sondern auch auf das Ganze des Lebens und das Ganze der Wirklichkeit. Christinnen und Christen glauben: “In Jesus Christus hat sich gezeigt, wer Gott ist und wie er für die Menschen da sein will. Durch Christus wird der Mensch zum Glauben gerufen und zugleich zum „Dasein für andere“ befreit und beauftragt.” (vgl. Würzburger Synode, Beschluss zum Religionsunterricht, 2.6.1)

 

Andere Menschen vertrauen auf eine andere Sicht der Welt. Sie glauben zum Beispiel an eine andere Religion, an eine politische Ideologie, an eine philosophische Position, an den Zufall, an das Gesetz des Stärkeren oder an sich selbst.

 

Im Religionsunterricht soll versucht werden, den christlichen Glauben zu durchdenken, und zwar so, dass deutlich wird, was er mit anderen Arten des Glaubens gemeinsam hat und was ihn von anderem Glauben trennt.

Hier zeigen sich die wesentlichen Bildungsaufgaben des Religionsunterrichts, nämlich

  • die Welt verstehen,
  • nach dem Sinn fragen,
  • über den Glauben nachdenken und
  • für Menschenwürde eintreten.

 

Daraus ergibt sich auch das Ziel des Religionsunterrichts: Junge Menschen sollen zu verantwortlichem Denken und Verhalten im Hinblick auf Religion befähigt werden. Auf diese Weise können sie zu begründeten, persönlichen Entscheidungen und Urteilen gelangen, die ihnen selbständiges und verantwortliches Handeln in unserer Gesellschaft ermöglichen.

Dabei ist der Religionsunterricht ein Teil des religiösen Lern- und Erziehungsprozesses.

Im Gegensatz zu den staatlichen Schulen in Berlin ist der Religionsunterricht am Canisius-Kolleg ordentliches Lehrfach, wird bis zum Abitur erteilt und kann damit auch im Abitur als Prüfungsfach gewählt werden.

 

Gerade dadurch, dass der Religionsunterricht am Canisius-Kolleg als katholischer und evangelischer Unterricht angeboten wird, zeigt sich das ökumenische Anliegen des Jesuitenordens.

Die nicht konfessionell gebundenen Schülerinnen und Schüler nehmen am katholischen Religionsunterricht teil.

 

Schulinternes Curriculum

Der Lehrplan des Faches “Katholische Religion” am Canisius-Kolleg ist ausgerichtet am Rahmenplan des Erzbistums Berlin. Akzente im Lehrplan ergeben sich dadurch, dass die großen Weltreligionen Islam (6. Klasse), Judentum (7. Klasse), Hinduismus und Buddhismus (9. Klasse) behandelt werden. Ferner werden in Klasse 8 das Markus-Evangelium und in Klasse 10 das Johannes-Evangelium als ganze Schrift gelesen und bearbeitet. Besondere Beachtung hatte bei der Erstellung des schulinternen Curriculums die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen, insbesondere mit Geschichte. So ist es uns gelungen, in jedem Schuljahr ab der 7. Klasse ein fächerübergreifendes Thema zu behandeln.

 

5. Klasse

  • Feste und Feiern, Stationen im Kirchenjahr
  • Worte, auf die man sich verlassen kann – die Bibel
  • Den anderen verstehen – Christen leben in verschiedenen Konfessionen
  • Menschen in der Nachfolge Jesu
  • Symbole

 

6. Klasse

  • Der bleibende Anfang – Gottes Zusage an den Menschen
  • Vorbilder für mein Leben – Heilige und andere ganz normale Menschen
  • Beim Namen gerufen – Taufe als grundlegendes Sakrament
  • Begegnungen können verändern – Jesus und die Menschen ins einem Land
  • Der Islam – eine Offenbarungsreligion
  • Zwischen Angst und Vertrauen – von Gott gehalten
  • Sprachverständnis: die Metapher

 

7. Klasse

  • Unterwegs zur Freiheit – Gott führt sein Volk
  • Gewalt – Schuld und Vergebung
  • Beziehungen entdecken, sich verlieben – auf dem Weg zum Du
  • Irrwege der Kirche
  • In die Tiefe schauen – Juden und Christen leben aus gemeinsamen Wurzeln (mit Besuch eines Gottesdienstes in der Synagoge)
  • Wozu die Kirche gut ist

 

8. Klasse

  • Was mir heilig ist – Symbole, Rituale, Kulturen
  • Ursprung und Entwicklung – Gottes Schöpfung als Gabe und Aufgabe
  • Das eigene Leben – Wege zur Selbsterziehung – das Prinzip Verantwortung
  • Menschen mit wachem Blick – Propheten als Sprecher Gottes
  • Die Evangelien – ein Programm für das Leben – das Mk-Evangelium
  • Die Reformation – Umbruch und Aufbruch (mit einer Exkursion nach Wittenberg)

 

9. Klasse

  • Menschen verfügen über Menschen – Ehrfurcht vor dem Geschenk des Lebens
  • Leiden, Sterben und Tod – Reinkarnation oder Auferstehung
  • Den Traum verwirklichen – Gerechtigkeit schafft Frieden
  • Erinnern und vergegenwärtigen – Einheit und Pluralität in der Ökumene
  • Arbeit und Beruf – soziale Gerechtigkeit als christlicher Auftrag (mit einem sozialen Projekt verbunden)
  • Alternative Lebensformen – Orden, Klöster und neue religiöse Bewegungen
  • Fernöstliche Religionen – Buddhismus und Hinduismus

 

10. Klasse

  • Bibelexegese und Johannes-Evangelium
  • Erkenntnistheorie
  • Dem Gewissen folgen – von der Widerständigkeit christlichen Glaubens (mit Exkursionen nach Sachsenhausen und Hohenschönhausen)

 

1. Semester

  • Definitionen und Funktionen von Religion
  • Gotteslehre

Von Gott reden (Möglichkeiten und Grenzen des Sprechens von Gott aufzeigen)

Gott erfahren (Begriff und Bedeutung von Offenbarung; zentrale Aspekte biblischer Gotteserfahrung und biblischen Gottesglaubens; Gottesvorstellung der drei monotheistischen Religionen)

Gott im Denken und im Dialog (u.a. Religionskritik; Trinitätslehre, Theodizee)

 

2. Semester

  • Christologie

Jesus im Spiegel der Geschichte und des Glaubens

Jesu Botschaft und Handeln

Vom Verkünder zum Verkündigten

Nachfolge Jesu im Geist Gottes

 

3. Semester

  • Ethik

Orientierung im Wertepluralismus (u.a. Grundtypen ethischer Argumentation; wichtige Modelle der Normenbegründung anhand aktueller ethischer Probleme; Frage nach einer theologischen Ethik)

 

4. Semester

  • Anthropologie

Das christliche Menschenbild

Das christliche Menschenbild im Diskurs (u.a. Fragen nach der Natur und der Freiheit des Menschen; psychologische Ansätze)

 

Der Evangelische Religionsunterricht wurde, ausgehend vom Rahmenlehrplan der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz (2007), dem oben dargestellten Curriculum angeglichen.

 

Spenden

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